Thriston Lawrence schreibt in Crans-Montana Geschichte
06.09.2026
Thriston Lawrence hat am Sonntag Geschichte geschrieben und die Omega European Masters zum dritten Mal gewonnen. In einem dramatischen Play-off setzte sich der Südafrikaner gegen Paul Casey im Crans-sur-Sierre Golf Club durch.
Der Südafrikaner spielte eine der herausragenden Schlussrunden in der Geschichte des Turniers. Mit einer bogeyfreien 62 und insgesamt acht Birdies kämpfte er sich von sechs Schlägen Rückstand auf Casey zurück und setzte im Clubhaus die Marke bei 18 unter Par.
Casey, der in der letzten Gruppe spielte, antwortete eindrucksvoll. Nachdem er zwischenzeitlich zwei Schläge zurückgelegen hatte, gelangen dem Engländer auf den Back Nine vier Birdies, womit er mit einem Schlag Vorsprung auf die 72. Spielbahn ging.
Doch ein Bogey am letzten Loch brachte Casey ebenfalls auf 18 unter Par und schickte beide Spieler ins Play-off.
Die Dramatik nahm weiter zu: Lawrence und Casey spielten das 18. Loch dreimal, wobei beide Spieler jeweils Par erzielten. Erst am vierten Extra-Loch fiel die Entscheidung zugunsten von Lawrence.
Casey verfehlte seinen langen Birdie-Putt vom Vorgrün nur knapp und überliess Lawrence damit die Chance, den Sieg perfekt zu machen. Der Südafrikaner liess sich diese Gelegenheit nicht nehmen, lochte zum Birdie ein und feierte anschliessend emotional seinen dritten Titel bei der Omega European Masters.
Nach seinen Siegen in 2022 und 2025 vollendete Lawrence damit einen beeindruckenden Hattrick in Crans-Montana.
"Es ist unglaublich. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Emotionen gezeigt und zwar auf eine positive Art. Normalerweise weine ich! Ich kann es einfach nicht glauben. Ich habe heute so hart gekämpft und alles gegeben.“
Obwohl Lawrence mit sechs Schlägen Rückstand in den Finaltag gestartet war, hatte er an die Möglichkeit einer herausragenden Schlussrunde geglaubt.
"Ich wusste, dass irgendwo eine sehr niedrige Runde drin war. Ich musste einfach daran glauben und alles geben.“
Seine spektakuläre 62 erwies sich schliesslich als entscheidend. Doch als Casey das letzte Loch erreichte, wusste der 29-Jährige, dass noch alles möglich war.
"Man weiss nie, was passieren kann. Er konnte Birdie spielen und das Turnier wäre vorbei gewesen, oder er hätte ein Doppelbogey machen können und ich hätte direkt gewonnen. Es war stressig.“
Als sich im Play-off schliesslich seine Chance bot, ergriff Lawrence sie.
"Als ich diese Chance bekam, hat mir das noch einmal einen Schub und zusätzliche Energie für das Play-off gegeben.“
Die anschliessende Feier spiegelte die Bedeutung dieses Erfolgs wider. Lawrence verriet, dass er schon als Kind von solchen Momenten geträumt hatte.
"Von solchen Feiern träumt man. Als Kind habe ich auf dem Putting-Green schon mit der Faust gejubelt und bin völlig ausgerastet. Es fühlte sich einfach wie einer dieser perfekten Momente an, um genau das zu tun.“
Der Sieg ist der sechste DP-World-Tour-Titel in Lawrences Karriere.
Der Engländer Harry Hall belegte nach einer herausragenden bogeyfreien 63 den alleinigen dritten Platz, nur einen Schlag hinter den beiden Führenden. Bernd Weisberger, Francesco Laporta, Eugenio Chacarra, Angel Ayora und Angel Hidalgo teilten sich mit 16 unter Par den vierten Rang.
Der Schweizer Publikumsliebling Joel Girrbach begeisterte die heimischen Fans ebenfalls mit einer Schlussrunde von 65 Schlägen und belegte gemeinsam mit dem Champion von 2024, Matt Wallace, den geteilten neunten Platz.
Doch dieser Sonntag gehörte Thriston Lawrence, der einmal mehr seine aussergewöhnliche Verbundenheit mit den Schweizer Bergen unter Beweis stellte und seinen Namen noch tiefer in die Geschichte der Omega European Masters einschrieb.



























